Beidseitige selektive Beschichtung

Immmer mehr elektronische Baugruppen werden beschichtet, in den unterschiedlichsten Branchen. Neue Anlagen sind deshalb gefragt, die vollautomatisch eine zunehmende Zahl von Bauteilen und Baugruppen bearbeiten können. Hierfür hat JVG Thoma ein zum Patent angemeldetes neues Verfahren entwickelt, das die beidseitige selektive Beschichtung zur gleichen Zeit ermöglicht.

JVG 50 TB

Diese Anlage wurde für Großserien erstellt, bei denen es besonders auf eine kurze Taktzeit ankommt. Sie ist erweiterbar und kann mehrere verschiede Platinentypen gleichzeitig bearbeiten. JVG 50 TB beschichtet beidseitig, d. h. oben und unten, selektiv durch Formbecher. Diese müssen für jeden Platinentyp nur einmal angefertigt werden und sind wiederverwendbar. Einmal pro Schicht sollten sie gereinigt werden.

Die Platinen werden in einen Werkstückträger so eingespannt, dass sie zur Horizontalen leicht geneigt (von 0 – 12 Grad einstellbar) sind. Die Formbecher werden bei Beschichtungsbeginn gegen die Platine gefedert gedrückt, hierbei erfolgt eine automatische Feinzentrierung über Richtbolzen an den Werkstückträgern.

Nun beginnt eine ansteigende Beschichtung von der Unterkannte der Platine, indem die Becher langsam geflutet werden, wobei der Füllpegel mittels eines Lasersensors gemessen wird. Durch das langsame Ansteigen des Pegels werden Luftblasen bei der Beschichtung verhindert, da diese mit dem steigenden Pegel “wegtreiben”. Die eventuell vorhandenen Luftblasen können zusammen mit dem überflüssigen Lack an einem definierten Ablauf, der sich z. B. am Kopf des Bechers befindet, entweichen. Der Ablauf ist eine kleine Unterbrechung der ansonsten dicht abschließenden Becherkontur. Die Becher sind dabei so konzipiert, dass nicht zu beschichtende Bauelemente abgedichtet werden, also lackfrei bleiben.

Somit erreicht man eine beidseitige, gleichzeitige selektive Beschichtung, wobei die Taktzeit nicht höher als bei einer einseitigen Formbecherbeschichtung ist. Außerdem enthält die Anlage einen Vorratsbehälter für den Lack mit Ultraschall-Füllanzeige. Das Beschichtungsmaterial wird mithilfe eines Filters in den Zuleitungen gefiltert, um eine Verunreinigung des Beschichtungsbeckens zu verhindern. Mittels einer hoch präzisen Zahnrad-Pumpe mit Getriebemotor und Frequenzumrichter wird es in die Formbecher befördert. Das Material wir von einem Heizer immer auf einer bestimmten Temperatur gehalten; so ist gewährleistet, dass Temperaturschwankungen keinen Einfluss auf das Beschichtungsergebnis nehmen. Durch den im Lieferumfang enthaltenen Industrie-PC kann die Anlage über Windows programmiert werden. Des Weiteren ist ein Transferband z.B. von Bosch mit Stopper und Zentriereinheit integriert.

Die JVG 50 TB wird in zwei Versionen angeboten. Die M&T 50 TB mit M&T Vario Lösung basiert auf einem von JVG Thoma speziell für diese Anlage entwickeltes Handlingsystem. Die Werkstückträger verbleiben unmittelbar auf dem Förderband, während sie beschichtet werden. Bei der M&T 50 TB mit Prodel-Lösung wird die Beschichtungseinheit in eine Standardzelle von Prodel integriert, welche die Werkstückträger auf einem eigenem kleinen Förderband in das Innere transportiert. Die Lösung von JVG Thoma ist spezifisch auf die Beschichtung ausgelegt und daher auch schwerer auf andere Anwendungen umrüstbar, jedoch deutlich kostengünstiger. Für die Lösung der Firma Prodel spricht die hohe Kompatibilität zu anderen Anwendungen (Bohren, Vergießen etc.), da es sich hierbei um eine genormte Standardzelle handelt, die auch bereits über ein eigenes Datenverarbeitungssystem mit Schnittstelle zur zentralen DV verfügt.

Optional bietet JVG Thoma einen Handler mit Hortenwagen an, der die Magazine automatisch auf das Band legt. Wenn die Durchhärtung des Materials nicht bei Zimmertemperatur geschehen soll, kann die Anlage mit einem Hochleistungstrockner erweitert werden. Zusätzlich kann die Viskosität mittels eines Reglers eingestellt werden.

Vorteile:

  • Beliebige Erweiterung durch Hinzufügen von weiteren Zellen in Fahrtrichtung des Transportbandes
  • Sehr hoher Durchsatz durch gleichzeitige (selektive) Beschichtung von oben und unten
  • Platzersparnis, da nicht mehr Platz als bei einer standardmäßigen Formbecherbeschichten benötigt wird
  • Verarbeitung von verschiedenen Platinentypen gleichzeitig möglich durch Codierung der einzelnen Platinen
  • Verarbeitung von verschiedenen Materialien im Mischbetrieb
  • Reproduzierbarer Prozeß mit patentiertem Verfahren

JVG Thoma hat es geschafft, für den steigenden Bedarf an selektiven Beschichtungsanlagen für Großserien, wie sie zum Beispiel in der Automobil- oder Telekommunikationsbranche und vielen anderen Bereichen der Elektronikindustrie benötigt werden, ein sicheres Verfahren zu entwickeln. Die Anlage senkt die Beschichtungskosten für Großserien durch ihre sehr geringen Taktzeiten.

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